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Interview mit Sebastian Altfeld: Kinder unter Stress – und die möglichen Auswirkungen auf das Basketballtraining


Kinder in der heutigen Zeit haben weniger Zeit und lernen oftmals schon viel zu früh was Stress ist. Durch die Ganztagsschule haben die Kinder heute weniger freie Zeit. Trainer und Eltern, die selber diese Schulform nicht von sich selber kennen können sich oftmals nur schwer in die Situation ihrer Kinder hineinversetzen. In diesem Interview will ich mit Sebastian Altfeld zusammen das Thema etwas beleuchten und vielleicht den einen oder anderen Einblick dazu verschaffen – auch ob es Auswirkungen im Basketballtraining geben kann…


Martin: Hey Sebastian, das heutige Thema ist etwas Besonderes. Vieles ist heute anders als vor 15-20 Jahren. Fangen wir mal mit der veränderten Schulzeit an. Welchen Einfluss hat die Ganztagsschule auf die Kinder?

Sebastian:

Hallo Martin, danke für die Einladung zum Interview. Ich freue mich zu diesem Thema einige Punkte anbringen zu dürfen.
Ich denke, dass man bei dem Thema „Ganztag“ zwei Dinge unterscheiden muss. So sollten wir den „offenen Ganztag“ an den Grundschulen und die Schulzeitverkürzung im Rahmen des G8-Abiturs einzeln betrachten. Beides stellen Kinder, Eltern und Sportvereine vor unterschiedliche Aufgaben.
Der „offene Ganztag“ an Grundschulen zum Beispiel ist für Eltern oftmals eine große Entlastung, um ihrer Arbeitstätigkeit nachgehen zu können und zu wissen, die Kinder sind versorgt. Dabei werden  unteranderem Sport oder andere Freizeitaktivitäten im Nachmittagsbereich für die Kinder angeboten. Die längere Zeit in der Schule hat jedoch negative Auswirkungen auf Sportvereine. So sind die Hallen meist erst ab 16h für Trainingseinheiten verfügbar. Und demzufolge sind auch die Kinder erst ab diesem Zeitpunkt für die erste Trainingseinheit einzuplanen. Darauf haben einige Sportvereine bereits gut reagiert und kooperieren mit Schulen, indem sie AGs und Fördergruppen anbieten. Jedoch möchten natürlich unterschiedliche Sportarten die AGs nutzen, um Kinder für das eigene Programm zu gewinnen. Zugleich ist es selten der Fall, dass die Spieler einer Mannschaft in einer Schulklasse oder an einer Schule sind. Dadurch ist ein systematischer Sport auch nur begrenzt möglich. Als Herausforderung für die Vereine kommt zudem hinzu entsprechende qualifizierte Trainer und Übungsleiter zu finden, die um diese Uhrzeiten bereits können, um ein Sportprogramm anzubieten.
Anders gestaltet sich die Belastung durch den Nachmittagsunterricht in den weiterführenden Schulen. Hier ist der Nachmittag nicht durch Freizeitaktivitäten, sondern mehr oder weniger Schulstoff ausgefüllt. Je nachdem, wie die Schule das Programm auffasst und organisiert, ergeben sich unterschiedliche Belastungen für Leistungssportler. Alles in allem scheint sich aber der Trend ab zu zeichnen, dass die Sportler weniger freie Zeit zur Verfügung haben und diese wird durch Training und Wettkampfbetrieb zusätzlich gefordert. Bei Sportlerinnen und Sportlern, die ich in Rahmen von Einzelbetreuungen kennen lernen durfte, war es nicht untypisch, dass ein Tag über 15 Stunden durchgeplant war. Neben der Schule muss auch ein entsprechendes Programm an Training absolviert werden, um die optimale Vorbereitung auf Wettkämpfe oder Spiele zu gewährleisten. Keine einfache Sache für Jugendlichen. So ergaben sich in unglücklichen Fällen durch Fahrtzeiten Tage, an denen der Sportler vielleicht 30 Minuten wirklich für sich zur Verfügung hatte, um jedoch zu Hause schnell zu essen und die Taschen zu packen. Und dies mehrmals pro Woche. Man kann sich vorstellen, wie sich dieser Zustand auf die Leistungsreserven und die Motivation auswirken können.   


Martin: Die Kinder/ Jugendliche haben weniger Zeit. Oftmals geht es von der Schule kurz nach Hause und dann wieder direkt zum Training. Kann man unter diesen Umständen von den Spielern verlangen, dass sie sich noch 90 Minuten am Stück konzentrieren können?

Sebastian:

Ich denke, dass dies eine Herausforderung darstellt, die Trainerinnen und Trainern sehr bewusst sein muss. Konzentration ist eine Fähigkeit, die nicht den ganzen Tag auf dem höchsten Level gehalten werden kann. Daher sind Erholungsphasen unglaublich wichtig. Zunächst sollte ein Trainer darüber informiert sein, wie der Tag seiner Spielerinnen und Spieler aussieht und welche Belastungen auf sie eintreffen. Muss der Spieler nach der Schule noch 30 Minuten Bus fahren? Hat der Spieler ausreichend Zeit zum Essen gehabt? So ist es natürlich auch einfacher darauf zu reagieren.

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Geschrieben von: playbasketball am 20.10.2015

 

 

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